Der so genannte Biodiesel wird seit mehr als 10 Jahren aus Rapsöl und Methanol hergestellt. Über 1700 Tankstellen bieten mittlerweile den umweltfreundlichen Kraftstoff an, also fast jede zehnte Tankstelle in Deutschland.
Neue Norm zur Qualitätssicherung von Biodiesel
Besonders in der Anfangszeit des Biodiesel hat sich gezeigt, das Kraftstoff nicht gleich Kraftstoff ist. Mit der Entwicklung der europäischen Norm DIN EN 14214 wurden auf europäischer Ebene die Mindestanforderungen für die Qualität für Biodiesel einvernehmlich zwischen Motorenhersteller und Biodieselindustrie festgelegt.
Die europäische Norm für Biodiesel wurde 2004 in die Kraftstoffqualitäts- und Kennzeichnungsverordnung (10. BimSchV) aufgenommen. Öffentliche Tankstellen sind damit verpflichtet, die Mindestqualität durch die Kennzeichnung an der Zapfsäule auszuloben.
Mit der Verordnung soll im Sinne des Verbraucherschutzes sichergestellt werden, dass der Anbieter, also der Tankstellenbetreiber, verpflichtet ist, die in der Norm festgelegte Mindestqualität gegenüber den Kunden zuzusichern.
Besonders wichtig für alle Biodiesel-Interessenten unter den Volkswagen-Fahrern, da sich VW bei eigenen Empfehlungen explizit auf diese neue Norm bezieht.
Zertifizierte AGQM-Biodiesel-Tankstellen liegen je nach Bundesland im Schnitt 20 – 25km auseinander. Ausreißer sind hier bisher noch Sachsen-Anhalt mit 41km und Mecklenburg-Vorpommern mit 47km.
Flower-Power
Der Kraftstoff Biodiesel wird gern auch als „Flower-Power“ bezeichnet. Ein Begriff, den nicht nur Insider gerne auch mit dem New Beetle in Verbindung bringen. Der in Deutschland hergestellte und angebotene Biodiesel wird fast immer aus dem Öl der Ölpflanze Raps hergestellt. Dem Rapsöl werden ca. 10% Methanol zugesetzt und nach Umesterung, Trennung und Reinigung entsteht der Biodiesel.
Die Cetanzahl
Biodiesel erfüllt mittlerweile die höchsten motortechnischen Anforderungen wie beispielsweise die des Hochdruckeinspritzsystems „Pumpe-Düse“. Nicht zuletzt seine hohe Cetanzahl, seine fast völlige Schwefelfreiheit oder seine deutlich höhere Schmierfähigkeit lassen Dieselmotoren weicher und runder laufen, als mit herkömmlichen Dieselkraftstoffen.
Je höher die Cetanzahl, umso besser laufen Zündung und Verbrennung ab. Während handelsübliche Dieselkraftstoffe auf eine Cetanzahl von 50 – 52 bzw. mit Zündbeschleunigern auf 53 – 54 kommen, besitzt Biodiesel von Natur aus eine Cetanzahl von 56 bis 58.
Hohe Schmierfähigkeit
In Bezug auf Schmierfähigkeit und Verschleißminderung gilt es u.a., den so genannten HFRR-Wert zu beachten. Je geringer dieser Wert, desto besser der Kraftstoff. Hoch entschwefelter Mineralöl-Dieselkraftstoff liegt unter Zugabe von Additiven unterhalb des Grenzwerts von 450. Weil Biodiesel bereits bei einem HFRR-Wert von ca. 200 liegt, eignet er sich schon als Zugabe, als gutes Schmierfähigkeitsadditiv. Beim Betrieb mit Biodiesel nimmt der Verschleiß des Motor deutlich ab.
Verklebungen und Verdickungen
Biodiesel gilt als schelle biologisch abbaubar, was allerdings zu lasten der Haltbarkeit des Kraftstoffes geht. Wird Biodiesel hohen Temperaturen, häufig Luftsauerstoff oder der UV-Strahlung ausgesetzt, altert er schneller, als herkömmlicher Mineralöl-Diesel. Durch Verdickungen im Kraftstoff kann es zu Verklebungen in Einspritzpumpen oder Filterverstopfungen kommen.
Diese Gefahren sollen nur in Extremsituationen entstehen und sollen zusätzlich vermieden werden, in dem bei der Biodieselproduktion Additive in Form so genannter Oxidationsstabilisatoren zugesetzt werden.
Wintertauglichkeit
Mineralöldiesel und Biodiesel müssen, gemessen als CFPP-Wert, bis –20°C wintertauglich sein und werden deshalb additiviert. Wäre das nicht der Fall, würden es durch beide Kraftstoffarten zu verstopften Kraftstoffleitungen und Einspritzpumpen kommen. Während Mineralöl-Dieselverflockungen aufwendig entfernt werden müssten, wird Biodiesel mit steigenden Temperaturen automatisch wieder dünnflüssiger. Biodiesel aus Rapsöl besitzt rohstoffbedingt einen CFPP-Wert von ca. –10 bis –12°C.
Vermischung von Biodiesel und Mineralöl-Diesel
Durch eine ähnliche Struktur sind beide Kraftstoffarten in allen Verhältnissen mischbar. Diese Mischungen sind stabil und nicht mit mechanischen Mitteln trennbar. Auf Grund unterschiedlichen Emissionsverhaltens und im Hinblick auf verschärfte Emissionsanforderungen nach EURO IV (2005) und EURO V (2008) werden Neufahrzeuge künftig „erkennen“, welche Kraftstoffart sich im Tank befindet.
Fahrende Pommesbude
Ja, Biodiesel können den Pommes-Duft – oder Geruch – verströmen lassen. Der typische Verbrennungsgeruch entsteht im Wesentlichen bei kaltem Motor oder bei Fahrzeugen ohne Oxidationskatalysator. Bei neuen PKW mit serienmäßigen Oxi-Kats sollen diese „Ausströmungen“ nicht oder kaum mehr wahrnehmbar sein.
Mehrverbrauch durch Biodiesel
Der spezifische Energiegehalt von Biodiesel ist niedriger als bei herkömmlichen Mineralöl-Dieseln. In Flottenversuchen wurden Mehrverbräuche von 0 bis 5 Prozent bei Biodiesel beobachtet.